Was ist Rechtswirtschaft?

Werden wir danach gefragt, was sich hinter dem Begriff Recht befindet, werden wir viel unterschiedliche Antworten erhalten. Denn was Recht und was Unrecht ist, hängt stets von der Situation und den damit verbundenen Umständen und Inhalten ab. Was in einer Situation Recht ist, kann in der nächsten bereits Unrecht sein oder sich in dem freien Feld dazwischen befinden. Dabei ist es egal, in welchem Rechtsbereich wir uns gerade befinden. Doch natürlich ist es wichtig, dass auch das Rechtssystem Regeln unterworfen ist. Auch will es gemanagt werden. Wer sich mit dem Rechtssystem beschäftigt, beruflich oder nur aus rein privatem Interesse, wird feststellen, dass es ein sehr umfangreiches Gebiet ist, dass wirklich nur von Fachleuten weitestgehend durchschaut werden kann.

Die große Branche der Rechtsvertretung und der Rechtsprechung

Wer sich auf den großen Bereich der Rechtsprechung und Rechtsvertretung einlässt, muss sich nach einem juristischen Grundstudium auf die eine oder andere Fachrichtung spezialisieren. Denn der juristische Bereich ist so umfangreich, dass es schlicht nicht möglich ist, alle Bereiche abzudecken. Sicherlich mag man von jedem etwas wissen können. Um jedoch ein guter Rechtsvertreter zu sein, ist es erforderlich, ein Virtuose auf seinem Gebiet zu sein. Ohne eine Spezialisierung auf ein oder mehrere Bereiche geht es also nicht. Welche Bereiche stehen diesbezüglich zur Auswahl?

  • Familienrecht
  • Arbeitsrecht
  • Baurecht
  • Architektenrecht
  • Wohneigentum- und Mietrecht
  • Privater Rechtsschutz
  • Gewerblicher Rechtsschutz
  • Unfallrecht
  • Verkehrsrecht
  • Steuerrecht
  • Allgemeines Zivilrecht
  • Strafrecht
  • Rechtsberatung
  • Vertragsrecht
  • Datenschutzrecht
  • Immobilienrecht
  • Medienrecht
  • Internationales Recht
  • Insolvenzrecht
  • Bankrecht
  • Versicherungsrecht
  • Sozialrecht
  • Verfassungsrecht
  • Wirtschaftsrecht

Einige dieser Bereiche erfahren noch einmal Aufteilungen, da sie immer noch zu umfassend sind. Diese Aufsplittungen werden zum Vorteil des Mandanten vorgenommen. Je intensiver sich ein Rechtsanwalt in seinem Fachbereich auskennt, desto besser kann er seine Mandanten unterstützen. Dabei ist es unerheblich, ob dieser lediglich eine Beratung möchte oder eine Vertretung vor Gericht notwendig ist. Für den Rechtsanwalt hat das Anliegen seines Mandanten absolute Priorität. Dies erklärt auch die Tatsache, dass der Verteidiger eines offensichtlich überführten Mörders immer noch versuchen wird, das bestmögliche Verhandlungsergebnis aus Sicht seines Mandanten zu erhalten. Zu diesem Zweck stehen ihm in jedem Fachbereich unterschiedliche Optionen zur Verfügung.

Ohne Hilfe geht es nicht

Jeder Anwalt ist auf die Unterstützung einige Mitarbeiter angewiesen. Hierzu gehören insbesondere die Notariats- und Anwaltsgehilfen und Anwaltsgehilfinnen. Sie sind die rechte und gleichzeitig auch linke Hand des Anwalts. Doch erledigen sie nicht nur den „normalen“ Papierkram einer Anwaltsgehilfin. Sie sind auch das Bindeglied zwischen dem Anwalt und dem Gericht. Sie ist sein Terminkalender, sein Gedächtnis. Mittlerweile ist eine Fachfortbildung für die Anwaltsgehilfin möglich, sodass sie mehr Kompetenzen erhält und gewisse Vorgänge vollkommen eigenständig bearbeiten kann, für die ansonsten der Anwalt zuständig ist.

Nun mag man sich fragen, warum sie so wichtig für den Anwalt ist. Theoretisch wäre ja eine eigenständige Kalenderführung und ein gutes Gedächtnis nichts ungewöhnliches für einen Anwalt. Allerdings muss man ihm zu Gute halten, dass die Fälle ihn derart einnehmen, dass er gewissermaßen für die Alltagssorgen in seinem Beruf keine Zeit mehr hat. Auch verbringt er viel Zeit mit seinen Mandanten, bei Gericht und auf der Suche nach Lösungen. Würde er sich auch noch mit dem Kanzleialltag befassen müssen, bräuchten wir mehr Anwälte im Land.

Welche Voraussetzungen braucht es, um in der Rechtswirtschaft tätig sein zu können?

Wer daran interessiert ist, als Rechtsanwaltsgehilfin / Rechtsanwaltsfachangestellte zu arbeiten, benötigt vor allem zwei Dinge:

  • Organisationstalent
  • eine sehr gut ausgereifte, soziale Kompetenzen

Die Ansprüche, die in einer Kanzlei gestellt werden, sind hoch und vielfältig. Neben den beiden bereits genannten Fähigkeiten, ist natürlich auch ein ausgeprägtes Interesse am Rechtssystem notwendig. Wer denkt, dass diese Tätigkeit der einer Sekretärin ähnelt, hat nur in Ansätzen recht. Aufgrund des intensiven Kontaktes zu den Mandanten zählen auch die charakterlichen Eigenschaften eines Bewerbers / einer Bewerberin. Anteilnahme, Mitgefühl und das Bedürfnis zu helfen sollten unbedingt vorhanden sein. Auch ist zu bedenken, dass Schriftstücke anzufertigen sind. Da diese oftmals von Gewicht und Bedeutung sind, sollte das Fertigen derartiger Dokumente leichtfallen. Nicht alle können von einer Vorlage übernommen werden.

Auch wenn viele Menschen es sich nicht vorstellen können, zeigt dieser Berufszweig sehr gute Aufstiegsmöglichkeiten auf, wenn man sich auf Fortbildungen einlassen möchte. Ein ganz „normaler“ Ausbildungsberuf also.

Für die Position des Rechtsanwaltes / Notars ist ein Studium notwendig. Es ist eines der schwierigsten und längsten. Geduld und Einsatzkraft sind gefragt, um das Studium zu durchstehen. Auch hier ist die soziale Kompetenz ein absolutes Muss. Zudem aber muss ein Rechtsanwalt lösungsorientiert denken können. Sicherlich ist das Helfen ein wichtiger Ansatz. Aber dieses Berufsfeld wird in einer rauen Umgebung gespielt. Man darf also nicht zimperlich sein, muss Rückrad beweisen und muss gleichzeitig einen wachen Geist mitbringen, um sich nicht von den eigenen Mandanten hinters Licht führen zu lassen.

Für viele erscheint auch heute noch der Beruf des Rechtsanwalts als etwas Einfaches. Etwas, dass man für einen guten Stundenlohn zwischen Tür und Angel erledigt. Doch hängt wirklich viel Arbeit an jedem einzelnen Mandat, die vom Team erledigt werden muss. Denn ein guter Anwalt ist immer nur so gut wie das Team, das hinter ihm steht.

Die Crux der Rechtsprechung

Die Aufgabe der Rechtsvertretung ist für den gut ausgebildeten Rechtsanwalt nicht sonderlich schwer, solange der Fall relativ eindeutig ist. Gelangt ein Fall vor Gericht, so kann aber auch ein klarer Fall nicht mehr so einfach zu verhandeln sein. So ist es nicht immer das Recht, dass in einem Gerichtsverfahren gesprochen wird. Es gibt diesbezüglich ein schönes Zitat: „In einem Gerichtssaal wird nicht Recht gesprochen. Es werden lediglich Urteile gefällt.“ Vermutlich ist dies nicht immer der Fall. Dennoch sollte man sich mit dieser Tatsache bereits vor dem Beginn des Jura-Studium befassen.  Warum die Rechtswirtschaft in diesen Weg gegangen ist, darüber mag man nur spekulieren. Doch sollte man sich darüber im Klaren sein, dass man zu einem Teil dieses Systems wird, wenn man eine entsprechende Ausbildung bzw. ein entsprechendes Studium in Erwägung zieht.